Sorge um Preis und Defekte bei der Steam Machine wächst
Valve muss bei der Steam Machine mit hohen Kosten kämpfen, während der erste Fehlerfall bereits Zweifel an Preis und Zuverlässigkeit schürt.

Valves Vorstoß mit der Steam Machine verspricht auf dem Papier einen Bedienkomfort nahe an einer Konsole. Doch die Lage wirkt bislang nicht ganz so glatt. Aussagen des Unternehmens selbst zeigen, dass das Gerät teurer ausfällt als erwartet. Und nachdem zudem der erste Fall eines „roten Todesrings“ aufgetaucht ist, wird nicht nur über den Preis, sondern auch über die Zuverlässigkeit der neuen Hardware diskutiert.
Das Basismodell der Steam Machine startet bei 1.049 US-Dollar. Diese Zahl widerspricht klar der Idee, das Gerät als „Einstiegsoption“ zu positionieren. Valve-Ingenieur Yazan Aldehayyat sagt, das Unternehmen habe sich einen erschwinglicheren Einstiegspreis gewünscht, dies sei wegen der Komponentenpreise aber nicht möglich gewesen. Dabei liegt das Problem nicht allein bei den Teilekosten; auch Posten wie Produktion, Versand und Vertrieb treiben die Gesamtkosten nach oben.
Warum bleibt die Steam Machine teurer als erwartet?
Das Bild, das Valve zeichnet, zeigt auch, wie angespannt der Hardwaremarkt derzeit ist. Lawrence Yangs Aussagen machen deutlich, dass die Komponenten nicht nur teuer, sondern zugleich nicht in ausreichender Menge verfügbar sind. Ein Produkt zum gewünschten Preis, zur gewünschten Zeit und in der gewünschten Form auf den Markt zu bringen, wirkt im Moment alles andere als einfach.
Der entscheidende Punkt ist die Position der Steam Machine zwischen Desktop-PC und Konsole. Das Gerät soll ein wohnzimmertaugliches Erlebnis bieten; genau dieser Anspruch senkt die Kosten aber oft nicht, sondern erhöht sie sogar. Valve räumt das offen ein. Das Ziel war eigentlich ein zugänglicheres Einstiegs-PC-Modell; angekommen ist man nun bei einem Preis oberhalb dieser Linie.
Das wirkt sich direkt auf die Marktposition des Geräts aus. Ein hoher Preis macht die Steam Machine weniger zu einem Tor für die breite Masse und stärker zu einem Angebot für eine engere Zielgruppe. Auch bei Valve gibt es deshalb bislang keine klare Aussage dazu, ob der Preis später sinken könnte. Das Unternehmen kann derzeit nicht einschätzen, ob es klug wäre, auf fallende Komponentenpreise zu warten.
Was sagt der erste rote Todesring-Fall aus?
Während die Preisdiskussion weiterläuft, sorgt auch die erste Meldung über einen Defekt für Aufmerksamkeit. Bei einem der ersten Steam-Machine-Modelle trat das als „roter Todesring“ bezeichnete Problem auf. Der Begriff steht für einen schwerwiegenden Fehler, der zeigt, dass das Gerät nicht normal funktioniert. Wichtig ist dabei nicht nur, dass es sich um einen Einzelfall handelt, sondern dass ein solches Problem schon so früh aufgetaucht ist.
Dem Anschein nach könnte sich das Problem per Software-Update beheben lassen. Zumindest deutet die erste Einschätzung in diese Richtung. Das erinnert an eine bekannte Realität bei neuer Hardware: In der ersten Welle können Softwarefragen genauso entscheidend sein wie die Hardware selbst. Auch die Steam Machine durchläuft in dieser Hinsicht einen klassischen Stresstest zum Launch.
